Jahresrückblick 2020

Mit Worten und Bildern!

Dezember 30, 2020

Warum war es so ruhig?

Ruhig war es nur an der Online-Front bei mir. Ich kam bei dem ganzen Gründungserledigungen gar nicht mehr dazu etwas Neues hier im Blog zu posten. Das soll nun in diesem Rückblick nachgeholt werden! Was hat sich also getan? Manchmal muss man sich Erfolge auch vor Augen führen:

Verträge
Zunächst hatte ich wunderbare, coronakonforme Infoabende in Hildesheim und in Mahlerten. Ich durfte auf den drei Veranstaltungstagen insgesamt ca. 70 Interessent*innen begrüßen! Die Resonanz war super positiv und ich freue mich sehr sagen zu dürfen, dass ich alle Solawi-Plätze vergeben konnte. Das Ziel, mit 20 Teilnehmer*innen zu starten ist erreicht. Fettes Danke!
Es folgten also Vertragsabschlüsse mit meinen zukünftigen Solawist*innen und eine Umfrage nach Gemüsegusto. Etwa 30 Kulturen wurden angeboten und in einer Online-Abstimmung abgefragt. Zu meinem Erstaunen sind die “unbeliebtesten” Gemüsesorten die Aubergine, Sellerie und Steckrübe. Dafür sind, weniger zu meinem Erstaunen, die typischen Kochgemüsesorten Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln die beliebtesten. Wenn alle Kulturen gut wachsen und ohne Krankheiten durchkommen bekommt jedes Mitglied etwa 170 Kilo Gemüse aus nachhaltiger, regionaler Anbauweise im Jahr 2021 von mir. Davon sind etwa 40-50 Kilo Kartoffeln! Also ein “Gut Grün” aufs die nächste Saison.

Infrastruktur
Wer in den vorherigen Post schaut, wird eine Liste mit Dingen finden, die ich besorgen musste. Das hier wird nun der gegenchek sein:

  • Ein Gebrauchtwagen, ein alter Berlingo, wurde angeschafft. Damit lässt sich eine Menge transportieren.
  • Eine Motorfräse zur Bodenbewirtschaftung wird anfangs noch Ausgliehen und von den ersten Mitgliedsbeträgen finanziert. Evtl. wird auch eine Fräse für einen kleinen Schlepper angedacht, da diese mehr Gewicht aufweisen und bei den schweren Böden hier etwas besser voran kommen.
  • Umzäunung der Flächen in Mahlerten wurde angeschafft. Aufbau folgt im neuen Jahr.
  • Den Kauf von Gartengeräten und Gärtnereibedarf wurde mit durch Spenden eingedampft. Außerdem darf ich mir einges von Gartenbaubetrieben in der Nähe leihen.
  • Lebensmittelechte Gemüsekisten habe ich vor Weihnachten bekommen
  • Baumaterial z.B. Holz für Unterstände oder Schuppen für o.g. Geräte steht noch aus, da dies eher die Detailarbeit darstellt.
  • Saatgut und Jungpflanzen im ersten Jahr sind in einer Bestelliste zusammengefasst, welche Anfang Januar ausgelöst wird.
  • Mulch, Mutterede, Sand für den optimalen Kompost konnte ich zum Teil durch eigene Kompostmieten tilgen. Jan Wittenberg hat mir wunderbares, in BioLand-Qualität, verrottetes Biomaterial (Heu und Luzerne) auf die Fläche in Mahlerten gefahren und durch häkseln in eine große Miete verwandelt, die nun bis März rotten darf.

Außerdem:

  • Wurden für IBCs gesorgt, die als Wasserspeicher dienen
  • Pachtverträge für meinen Flächen abgeschlossen
  • Ein Pachtvertrag für ein 28x8m Folengewächshaus abgeschlossen
  • Eine Scheune angemietet, zum Lagern von Gemüse und Gerät
  • Sowie der Berlingo mit passender Heckscheibenwerbung ausgestattet

Schon sehr viel erledigt, aber es folgen noch ein paar Schritte. Vor allem die offizielle Gründung des Unternehmens sowie die Eröffnung eines Geschäftskontos. Außerdem muss ich mir noch ein passendes Bewässerungssystem überlegen bzw eine clevere Methode, wie ich wirtschaftlich und effizient die Kulturen wässere. Dazu habe ich noch ein Beratungsgespräch.

Tatendrang
Natürlich wurde auch einiges auf den Flächen selbst erledigt. Zum einen wurde in Mahlerten die Fläche zuvor mit einer ausgeliehenen Fräse vorgelockert. Doch das hat nicht ausgereicht, sodass mir Jan Wittenberg mit seinem kleinen Fendt und einem Grubber nachgeholfen hat. Eine Gründüngung wurde noch eingedrillt, die jetzt noch über den Winter stehen bleibt.
In Groß Escherde wurde im November eine etwa 2000qm große Fläche mit Kuhmist gedüngt und dann gegrubbert. Darüber wurden 2x 50 Meter lange und 16 Meter breite Siloplanen ausgebreitet, damit diese Fläche unter der Plane genügend Zeit hat Flächenrottung zu betreiben. Im März, wenn die ersten Freilandkulturen kommen, sollte der Boden hoffentlich schön krümelig sein.

Die nächsten Schritte Frühjahr 2021

Die letzten Tage habe dafür genutzt eine Anbauplanung für alle Flächen inklusive die des Foliengewächshauses zu beginnen. Diese ist noch nicht ganz abgeschlossen. Außerdem suche ich noch dringend gebrauchte Regentonnen oder IBC Container für die Fläche in Mahlerten. Sowie eine motorbetriebene Pumpe für Wasser. Denn: Die Fläche in Mahlerten hat keinen Wasseranschluss und wird allein durch genügend IBC Container und Wassertonnen bewässert. Diese werden regelmäßig mit Quellwasser aufgefüllt. Also falls Ihr noch o.g. habt oder wen kennt, der wen kennt – meldet euch!

Mitte/ Ende Januar kommt dann ein schönes Schmankerl auf euch zu. Denn ich habe mich filmen lassen und versuche bei “Startnext”, einer Crowdfounding-Plattform, eine paar Gelder zu sammeln, die das eine oder andere finanzieren könnten. Sobald es soweit ist, melde ich mich natürlich bei euch. Teilen und verbreiten ist dann ausdrücklich gewünscht! Und über jede Spende freue ich mich wie ein Schneekönig!

Was ist sonst so passiert?

Ich darf mich freuen, dass ich dieses Jahr einen so tollen Start hatte! Ich hatte so viel guten Zuspruch und super Teampartner, wie Jan Wittenberg und Tanja Hartmann, um nur wenige zu nennen. Aus der regionalen Politik habe ich auch Zuspruch erhalten und ich kann mich glücklich schätzen, dass mein Vorhaben so gut von den Zeitungen aufgenommen wurde. Ich war 5 (!!) Mal in den regionalen Zeitungen vertreten, vorrangig in “Die Woche Nordstemmen”. Unglaublich! Und die Hilfe, die ich erhalten habe hätte ich nie erwartet. Ich freue mich sehr darüber!! Wieder: FETTES DANKE

Nur eine Sache hat nicht so geklappt, wie vielleicht geplant: Der Förderantrag hat es leider nicht geschafft. Leider wird bereits ein ähnliches Projekt wie meines gefördert. Da alle Projekte einen Innovationsgehalt aufweisen müssen, dieser aber schon mit dem anderen Projekt abgedeckt wird, ist meine Idee von Landwirtschaft nicht mehr neu und innovativ. Für mich ist das aber keine Rückschlag, auch wenn ich das Geld gut hätte gebrauchen können. Ich habe während des Antrag schreiben sehr viel über mich und mein Unternehmen gelernt und konnte “Schwachstellen” schnell finden und beheben und meine Stärken besser hervorheben. Außerdem habe ich nun einen Buisnessplan den ich auch einer Bank vorzeigen könnte, wenn ich wollte. Ich freue mich auch über das andere Solawi-Projekt, dass gefördert wird. Denn: Je mehr es von uns Kleinbauern gibt, umso besser für alle!

Ich freue mich auf die kommende Saison mit euch!

Bleibt gesund, herzlichst
Eure Mona